Wohnungseigentumsrecht: Duldung baulicher Veränderungen

Nur ausnahmsweise, wenn der optische Gesamteindruck des Gebäudes durch die bauliche Maßnahme erheblich verändert wird, können sie dagegen vorgehen. Dies müsse nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs durch einen Vorher-Nachher-Vergleich festgestellt werden. Nur sofern danach tatsächlich eine erhebliche Veränderung vorliegt, könnten sich die anderen Wohnungseigentümer gegen diesen Nachteil wehren. Entscheidend sei also allein, ob eine erhebliche Abweichung vom ursprünglichen Zustand vorliegt; es geht nicht um eine Bewertung der Veränderung. Bezugspunkt ist dabei das Gebäude als Ganzes, nicht das veränderte Bauteil. Im konkreten Fall ging es um die veränderte Wiedererrichtung eines teilverglasten, hölzernen Dachvorbaus auf dem Dachgarten einer Penthouse-Wohnung.
Kommentar
Der BGH hat in diesem Urteil einen konkreten Maßstab für die Duldungspflicht der Wohnungseigentümer untereinander bei baulichen Veränderungen in Bereichen der alleinigen Nutzung eines Einzelnen entwickelt.

Autor: Nils Flaßhoff - flasshoff@bethge-legal.com

Fundstelle: BGH, Urteil vom 18.11.2016, V ZR 49/16 - www.bundesgerichtshof.de